Von Vilnius nach Kaunas

Hallo Ihr,

in Druskininkai haben wir den sehenswerten Grutas-Park besucht. Es waren viele Lenins-Skulpturen, weniger Stalin-Statuen, dafuer aber naturgemaess viele der litauischen Kommunisten vertreten. Lustigerweise gab es einen originalen, sowjetischen Kinderspielplatz, der zum Spielen voll zur Verfuegung stand. Was weniger lustig war, waren die Sowjet-Klos, die in jeder Beziehung im originalen Zustand waren.

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Lenin

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9 Helden der Nation

Nach der Besichtigung des Soviet-Parks hatte Sacha danach mit echt sowjetischen Problemen zu kaempfen: auf dem Parkplatz  entdeckte er, dass sich ein ca. 25 cm langer Riss in der Hinterrad-Felge befand. Natuerlich konnte er damit nciht weiterfahren und musste so das Hinterrad wechseln.

riss

Tribut an die Ost europaeischen Strassen

Vom Grutas-Park aus sind wir Richtung Osten nach Vilnius gefahren. An der Strasse waren immer wieder herrliche Holzschnitzereien zu sehen, meist waren sie an Abfahrten zu Haeusern aufgestellt. Die Landschaft erinnert uns sehr an Skandinavien: Holzhaeuser, keine Berge, viele Waelder und Seen.

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typischer Totempfahl

Die Hauptstadt Vilnius fanden wir nett, aber unspektakulaer. Die Stadt hat einen sehr barocken Touch, aber fuer unseren Geschmack wenig erwaehnenswertes.

Die groesste Aufregung, die wir dort hatten, entstand durch  einen eigentlich sehr einfachen Wunsch: ich wollte mal wieder nach Hause telefonieren. Also gingen wir zur naechsten Post und dort wurde mir auch sofort eine Art Telefonkarte (oder besser gesagt, ein Falzblatt mit Geheimnummer) verkauft. Das System kannten wir bereits aus Polen.
Da sich in der Post eh eine Telefonzelle befand, nahm ich die gelegenheit wahr. Aber leider schienen die Nummern auf der karte nicht zu funktionieren, der Apparat brach die Nummer sofort ab. Also holten wir die Verkaeuferin, die uns die Funktion erklaeren sollte. Wir waren aber offensichtlich die ersten, die je gefragt hatten, wie sowas funktioniert. ..Nachdem die dritte Angestellte der Post uns auch nciht helfen konnte und am Schluss die Karte sogar in den Schlitz stopfen wollte, mussten wir jemand kompetenteren fragen.
Wuerde die litauische Post in die Weiterbildung dieser drei Grazien investieren, muesste sie 6 Litas (rund 2 EUR) investieren, und zwar in ein Busticket zum marktplatz von Vilnius. Dort wuerde Ihnen die Angestellte des Kiosks neben dem Tourist-Office erklaeren, dass sie nur Ergaenzungskarten verkaufen. Und dass man eine normale Telefonkarte zum Starten braucht. Diese Erkenntnis hatte sie uebrigens in rund 10 Sekunden, ohne das Produkt zu kennen.

Von Vilnius aus gings auf die Autobahn in Richtung Kaunas. Ueber die litausche Autobahn klaesst sich sagen, dass sich hier so einiges tummelt: ein Mann mit Hund auf dem MIttelstreifen, Leute ueberqueren zu Fuss die Autobahn, Velofahrer am Rand, Fussgaenger und sogar Bushaltstellen am Rand. Die Litauer fahren einigermassen gesittet, insofern ist das alles kein Problem.

Auf dem Weg von Vilnius nach Kaunas haben wir noch einen kurzen Halt in Trakai gemacht. Dort hats eine gotische Inselburg, die vom deutschen Orden gebaut wurde. In der Burg konnten verschiedene Ausstellungen (Muenzen, Geschirr, Schniztereien, Moebel….) angeschaut werden.

trakai

Ordensburg in Trakai

Kaunas ist ein nettes Staedtchen, und so beschlossen wir, zwei Tage zu bleiben. Sacha wechselte gestern den Endantrieb der Dnepr, da aufgrund von Abnuetzungserscheinungen die Antriebsnabe nicht mehr so frisch aussah. Ausserdem konnten wir uns mit Motorraddingen eindecken und haben auch das Teufelsmuseum besichtigt. Als wir gestern mittag am Marktplatz sassen, fuhr ein Harley-Gespann vorbei (Night Train mit modifiziertem Pannonia-Boot)
Wir gruessten udn er hielt spontan an. Es entwickelte sich eine sehr interessante Unterhaltung, bei der wir unterem erfuhren, dass heute morgen um 8 Uhr eine baltische Biker-Sternfahrt beginnt: Ab kaunas startete eine gruppe Biker, die nach Vilnius fuhren. Ab Tallinn startete die Gegengruppe der estnischen Biker udn gemeinsam wollten sie sich in Letttland treffen. Der Grund ist das 20-jaehrige Jubilaeum der Unabhaengigkeit der baltischen Staaten.

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Abfahrt zur Jubilaeumsfahrt

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Kirche in Kaunas, zur Sovietzeit eine Radiofabrik

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Harley mit Panonia Boot

Falls jemand von den Lesern Interesse hat an einer K750 (mit Lima-Problem), Preis ca. 500.- EUR, Zustand fahrbereit laut Besitzer, Standort Kaunas. Wir haben die Adresse des Besitzers, und vermitteln sie gerne weiter.

Viele Gruesse zu den Daheimgebliebenen

Regina


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